Waldfasern
Klopf auf Holz
Cellulosische Fasern machen heute nur rund 5 % der in der Textilindustrie verwendeten Fasern aus, verglichen mit 69 % synthetischer Fasern, 24 % Baumwolle und knapp 2 % Wolle.
Sie werden als künstliche Fasern bezeichnet, nicht weil sie synthetisch sind, sondern weil sie aus einem natürlichen Rohstoff hergestellt werden, der einer chemischen Umwandlung unterzogen wird: Holz.
Am häufigsten kommen Fichte und Buche zum Einsatz, wobei auch andere Pflanzen wie Bambus verwendet werden können. Zu den bekanntesten cellulosischen Fasern zählen Viskose, Lyocell, Modal und Cupro. Tencel® ist dabei eine eingetragene Marke für Lyocell, entwickelt vom österreichischen Unternehmen Lenzing.
Die Vorzüge der Viskose
Unglaublich weich
Von Natur aus erneuerbar und biologisch abbaubar weist Viskose zudem Eigenschaften auf, die sie besonders geeignet für technische Bekleidung und Performance-Garments machen.
Hohe Atmungsaktivität. Die Faserstruktur ermöglicht eine kontinuierliche Luftzirkulation und unterstützt die natürliche Regulierung von Wärme und Feuchtigkeit bei Bewegung.
Hervorragende Feuchtigkeitsaufnahme. Viskose leitet Feuchtigkeit effizient von der Haut weg und fördert eine schnelle Verdunstung.
Weich und komfortabel. Die feinen Fasern ergeben einen glatten, fließenden Stoff mit einem natürlichen, hautfreundlichen Griff.
Effektive Temperaturregulierung. Die Kombination aus Atmungsaktivität und Feuchtigkeitsmanagement trägt zu einer stabilen Körpertemperatur bei.
Maschinenwaschbar. Im Gegensatz zu herkömmlicher Viskose behält unser Stoff seine Eigenschaften auch bei Maschinenwäsche und macht eine chemische Reinigung überflüssig. Eine Branchenneuheit.
Von Schweden nach Italien
Pulp non-fiction
Unsere Viskose folgt einer streng kontrollierten Lieferkette, vom Wald bis zum fertigen Stoff.
Wir verwenden Fichten und Waldkiefern aus nachhaltig bewirtschafteten schwedischen Wäldern, zertifiziert durch den Forest Stewardship Council und Canopy Planet. Diese internationalen NGOs setzen sich für eine verantwortungsvolle ökologische, soziale und wirtschaftliche Waldbewirtschaftung ein.
Das Holz wird vor Ort in Zentralschweden zu Zellulose verarbeitet und anschließend nach Deutschland transportiert, wo die Viskosefaser hergestellt wird. Alle im Prozess eingesetzten Chemikalien werden so behandelt, dass Luft- und Wasserverschmutzung vermieden werden. Das daraus gewonnene Garn ist als verantwortungsvolle Faser von Fairtrade International zertifiziert.
Anschließend wird das Garn in Norditalien in einer historischen Weberei verarbeitet, die 1815 gegründet wurde. Heute zählt sie zu den Vorreitern in Bezug auf Umweltstandards und CO₂-Reduktion, und hat ihre Produktionsstätten kürzlich mit 3.700 m² Solarpaneelen ausgestattet.
NO SMOOTH CRIMINAL
Cellulosische Fasern stehen mitunter in der Kritik, da bei ihrer Herstellung potenziell gefährliche Chemikalien eingesetzt werden, darunter Natronlauge, Schwefelkohlenstoff und Schwefelsäure. Ohne strenge Kontrolle und sachgerechte Behandlung können diese Stoffe erhebliche Schäden für Umwelt und Gesundheit verursachen.
Im Jahr 2017 deckte eine Untersuchung der Changing Markets Foundation gravierende Missstände in Teilen Indiens auf, wo unbehandeltes Abwasser direkt in Flüsse eingeleitet wurde. Die Folgen waren erheblich: Verschmutzung des Grundwassers, Zerstörung von Ökosystemen, Kontaminierung landwirtschaftlicher Flächen sowie langfristige Gesundheitsprobleme für die lokale Bevölkerung.
Um diese Risiken auszuschließen, produzieren wir unsere gesamte Viskose ausschließlich in Europa, wo die weltweit strengsten Umweltauflagen gelten. So stellen wir eine konsequente Kontrolle jeder Produktionsstufe sicher, vom Wald bis zum fertigen Kleidungsstück.